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Alte Glaubenssätze auflösen

Eine persönliche Geschichte:

Immer wenn ich in einer Situation war, in der jemand sich über mich gestellt hat oder ich etwas Großes, Neues wagen wollte, fühlte ich mich auf einmal klein. Obwohl ich über 1,80 Meter groß bin, athletisch gebaut und nicht gerade auf den Mund gefallen. Das blockierte mich ungemein bei meinem Vorankommen, weil ich mich viele Dinge, die ich eigentlich wollte, einfach nicht traute oder gar nicht erst auf die Idee gekommen bin, sie zu probieren.

Wieso?

Viele Jahre vergingen, bis eines Tages ein Freund von mir mich „Großer“ nannte. Ich war davon irritiert, weil ich es nicht einordnen konnte, aber es machte etwas mit mir. Bis es mir irgendwann dämmerte: Ich habe einen Bruder, der zweieinhalb Jahre älter ist als ich. Meine Eltern hatten daher die Angewohnheit, beim Sprechen über uns meinen älteren Bruder „der Große“ zu nennen und mich eben „der Kleine“. Von klein auf immer und immer wieder.

Auf einmal verstand ich, woher der insgeheime Glaubenssatz in meinem Hinterkopf gekommen war, den ich bis dahin nicht los geworden war: Unabsichtlich durch eine Redensart meiner Eltern, die ich über 20 Jahre lang gehört hatte.

Als letztes blieb nur noch übrig, dass ich mir bewusst machte, dass das gar nicht mehr stimmte — ich schon lange nicht mehr klein war, sondern groß, stark und ebenbürtig, auf Augenhöhe. Mit einem Schlag war das Gefühl von vorhin fast weg. Durch Bemerkung und Bewusstmachung.

Die Übung für dich

Nimm dir innerlich fest vor, negative Glaubenssätze zu erkennen. Tue das, indem du dich mit Körper, Sprache und Bewegung darauf einstimmst.

Zum Beispiel: Stell dich vor einen Spiegel, atme tief, reiß die Arme hoch wie bei einem Jubel, nimm deinen ganzen Körper bei dieser Bewegung mit und sprich so laut, klar und deutlich, wie es geht, aus:

„Ich bemerke meine negativen Glaubenssätze!“

Du kannst diese Initiation natürlich individuell gestalten. Hauptsache, es ist ein intensives Erlebnis mit den drei Komponenten Sprache, Körper und Bewegung.

Sobald dir nun in den darauffolgenden Tagen und Wochen ein negativer Glaubenssatz auffällt, nimm dir einen kurzen Moment und reflektiere, woher er kommt — und mache dir bewusst, dass er nicht mehr der Fall ist. Dann spüre eventuell nach, was du stattdessen über dich denken willst, und sprich es aus. Beobachte dann, wie sich dein Selbstgefühl verändert.

Wie ist es dir damit ergangen?

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